Albino Luciani wurde am 17. Oktober 1912 in Forno di Canale, Norditalien,    geboren.

Mit elf Jahren trat er in das Knabenseminar in Feltre ein, ein Internat,

in dem Jungen auf den Lebensweg als Priester vorbereitet wurden.

Nachdem er von 1928 bis 1935 das Priesterseminar in Belluno besucht hatte, wurde er zum Priester geweiht.

Zunächst war er zwei Jahre als Kaplan in seinem Heimatort tätig,

ehe er 1937 bis 1947 Vizerektor des Priesterseminars in Belluno war. Danach hatte er weitere diözesane Ämter inne, bevor schließlich Generalvikar in Belluno wurde.

Am 27. Dezember 1958 wurde er im Zuge der ersten Bischofsweihen

des neuen Papstes Johannes XXIII. Bischof von Vittorio Veneto.

Papst Paul VI. ernannte ihn 1969 schließlich zum Patriarch von Venedig und 1973 zum Kardinal.

 

 

Am 26. August 1978 wurde er zum Papst gewählt und gab sich den Namen Johannes Paul I.

Bei seiner Amtseinführung verzichtete er auf die Krönung mit der Tiara

und ließ sich nur das Pallium umlegen.

Das akzeptierten seine Nachfolger als normative Reform.

Der päpstliche Doppelname, der die Leistung beider Vorgänger würdigte, war gleichfalls eine überraschende Neuerung.

Er verzichtete auch auf eine feierliche Inthronisation und wollte nur mit einer Hl. Messe in sein Amt eingeführt werden.

Als erster Papst verwendete er in offiziellen Schreiben und Ansprachen für sich selbst nicht mehr die Anrede „Wir“ sondern „Ich“.

Überhaupt rückte er von vielen „kleinen“ Traditionen und Gepflogenheiten ab und hob damit die Distanz des hohen Amtes zugunsten größerer Nähe zu den Menschen seiner Umgebung auf. Er war der erste Papst, der selbst ein Telefon bediente und auf den Kniefall der Schweizer Garde bei seinem Vorübergehen im Vatikan verzichtete.

Er blieb auch als Papst ein sehr bescheidener Mensch, so wie er dies vor seiner Papstwahl war.

Er gewann durch sein freundliches Auftreten sofort die Sympathie auch bei Nichtkatholiken.

 

 

In der Nacht vom 28. zum 29. September 1978 verstarb Johannes Paul I. unerwartet. Eine Obduktion seines Leichnams wurde sowohl von seiner Familie als auch vom Vatikan verweigert.

In seinem kurzen, nur 33 Tage dauernden Pontifikat brachte er eine Reihe von liberalen Erneuerungen auf den Weg. Dies regte diverse Beobachter zu Spekulationen an, welche Liberalisierungen der Kurie von ihm wohl bei einem längeren Pontifikat eingeführt worden wären.

 

Er wurde auch öfters als der lächelnde Papst bezeichnet. Es gelang ihm in nur wenigen Tagen seines Pontifikates die Sympathie der ganzen Welt zu gewinnen.